Samstag, 26. November 2011

Prolegomenon: Vom Anthropo-Logos der georgischen Renaissance im 21. Jahrhundert

Dr. Frank Tremmel

Für Ansor Bregadze



„Geist und Drang, die beiden Attribute des Seins, sie sind, abgesehen, von ihrer erst werdenden gegenseitigen Durchdringung – als Ziel – , auch in sich nicht fertig: sie wachsen an sich selbst eben in diesen ihren Manifestationen in der Geschichte des menschlichen Geistes und in der Evolution des Lebens der Welt.“

Max Scheler


Im Zusammenhang mit den ersten Schritten zur Neuformierung einer georgischen Oppositionsbewegung, die mit den Namen Bidsina Iwanischwilis verbunden ist, habe ich in drei Beiträgen meine Auffassungen zu einem „georgischen Projekt“ zum Ausdruck gebracht. Meine Einschätzungen basieren auf bestimmten gedanklichen und methodologischen Grundorientierungen, die ich in mehreren Essays ebenfalls publiziert habe. Die drei Artikel verstehen sich als kulturpolitische Interventionen, keineswegs als parteipolitische Stellungnahmen. Wenn wir von einem georgischen, deutschen, französischen, kambodschanischen, senegalesischen Projekt sprechen, dann sollten wir anfangen, sie als Teilaspekte eine „Politik des Menschen“ (Edgar Morin) zu betrachten. Selbstverständlich können nicht alle Aspekte gleichmäßig beleuchtet werden. Eine wirkliche Erkenntnis unserer Epoche, ihrer Aufgaben und deren jeweilige regionale und nationale Spezifikation, kann letztendlich nur in der dialogischen Erschließung des Logos liegen. Ein echter Dialog findet aber zurzeit weder in Georgien noch in Deutschland statt. Die folgenden Gedanken können insofern auch nur als partielles Resümee, als provisorische Zusammenfassung und als Vorbemerkung zu weiteren Studien gelten. Sie sollen vor allem der Klarstellung dienen und zu einer ausgewogeneren Urteilsbildung beitragen.

Die Angehörigen meiner Generation wurden in einem unglaublich kurzen Zeitraum Zeugen ungeheurer, sich weiter fortsetzender historischer Umwälzungen, die aber im öffentlichen Bewusstsein und in den Wissenschaften kaum nennenswerten Niederschlag fanden. Das Erlebte findet keine gedankliche Ausdrucksform. Der Zusammenbruch der Sowjetunion, die Umwälzungen in Osteuropa, die heute im Vorderen Orient ihre Fortsetzung finden, werden weiterhin in das Prokrustesbett der alten ideologischen Denkschablonen und eines fantasielosen Naturalismus gepresst. Dabei ist offenkundig, dass die Form der Geschichte, wie sie aus der europäischen Renaissance hervorging, einer tiefgreifenden Veränderung unterliegt . Wir erleben zwar nicht das Ende der Geschichte, sehr wohl aber das Ende der bisherigen politischen und ökonomischen Weltgeschichte, die bislang nichts anderes war als die seit dem 15./16. Jahrhundert sich vollziehende Expansion der europäischen Welt. Die bisherige Geschichte der großen Kulturen, die sich machtpolitisch über ganze Kontinente auszubreiten versuchten, diese Universalisierung der Partikularismen, hat sich erschöpft. Keiner der bisherigen Weltmittelpunkte war imstande, die ganze Erde zu umgreifen. Das Zeitalter der Imperien neigt sich unweigerlich seinem Ende zu. Auch die bisherige Gestalt der kapitalistischen Weltwirtschaft verändert sich grundlegend. Die globalen Märkte werden nicht mehr, wie in der Vergangenheit, von London, New York oder Moskau und vermutlich auch nicht allein von Peking aus formiert. Diese Prozesse der Dezentrierung und Pluralisierung schreiten unaufhaltsam voran. Immer neue historische Akteure betreten die Bühne und befördern die Auflösung der traditionellen Machtagglomerationen. Die Prognosen über ein US-amerikanisches oder ein neues chinesisches Imperium beruhen auf einer fragwürdigen linearen Extrapolation der bisherigen Weltgeschichte. Diese Sichtweise verkennt den vielschichtigen und neuartigen Charakter der Globalgeschichte. Dies gilt auch für die Geschichte der Religionen, für die machtpolitischen Versionen einer christlichen Ökumene oder islamischen Umma. Die achsenzeitlichen Religionen und Weltanschauungen (Karl Jaspers) fanden Anhänger in vielen Teilen der Welt, keiner gelang bisher jedoch die Vereinigung aller Menschen. Konversionen von jungen Westeuropäern aus den Vororten von London und Paris zum Islam entsprechen massenhafte Gründungen von christlichen Basisgemeinschaften in China und der Aufstand der Jugend in den Ländern des Vorderen Orients. Die Erosion der klassischen WASP (White Anlo-Saxon Protestant)-Identität in den USA wird begleitet von einer Ausbreitung protestantischer Sektenreligiösität in Lateinamerika und Südostasien. Weder totale Säkularisierung noch totale Resakralisierung bestimmen die neue Epoche. Zu jeder Tendenz gibt es offenbar eine Gegentendenz. Die multiversale Globalgeschichte hält sich nicht an die fein säuberlichen Grenzziehungen der alten Kulturkämpfe. Neue Mikroakteure und kommunikationstechnologisch beförderte Ideenbewegungen, durchlöchern die eben angelegten Demarkationslinien und zerlegen in Windeseile ehrwürdige Geschichtskörper. Synchronisation und Differenzierung haben eine Geschwindigkeit angenommen, die kaum noch Gestaltbildungen zuzulassen scheint. Welchen Sinn hat es, unter diesen Bedingungen von einer georgischen Renaissance zu sprechen?

Die globalgeschichtliche Formierung des georgischen Nationalstaates hat, wie schon in der Vergangenheit, einer multipolaren Machtkonstellation Rechnung zu tragen, die erhebliche Risiken birgt. Expansive Begehrlichkeiten und hegemoniale Ansprüche seiner Nachbarn sind das Erbe der bisherigen Weltgeschichte, an dem Georgien auch weiterhin schwer zu tragen hat. Hinzu kommen eine auf globale Gleichzeitigkeit zielende Zivilisationsentwicklung und die damit einhergehende wachsende Vielzahl von Kulturotopen, deren Anziehungskräfte auch die Georgier mitreißen und sie sich unter unterschiedlichen, zum Teil unvereinbaren Symbolen versammeln lässt. Das sind Entwicklungen, denen mit klassischen machtpolitischen und diplomatischen Mitteln kaum noch zu begegnen ist. Die Grenzen von Innen- und Außenpolitik, die im Kaukasus immer schon schwerer zu ziehen waren als in anderen Regionen der Erde, werden noch durchlässiger und stellen ein „georgisches Projekt“ vor erhebliche Probleme. Weder die Flucht in ein Posthistoire sozialistischer oder liberaler Observanz noch die Rückkehr zu ethnoreligiösen Primordialismen haben bislang Auswege eröffnet. Die georgische Wiedergeburt kommt nicht aus den Büchern von Adam Smith und Karl Marx, aber auch die ritualisierte Beschwörung von Religion und Tradition kann sich als unfruchtbar erweisen. Um die Frage nach den Möglichkeiten einer kulturellen Revitalisierung, die der modernen Zivilisationsentwicklung entspricht und den gegebenen Machtkonstellationen Rechnung trägt, beantworten zu können, muss das Wagnis unternommen werden, den Sinn der oben skizzierten globalen Entwicklungen genauer zu bestimmen. Im Rahmen einer naturalistischen Anthropologie, die die noologische Dimension unseres Daseins vernachlässigt, ist das nicht möglich. Um das Schicksal der georgischen Menschen als Gestalter und Gestaltete in einer weltpolitischen Konstellation, in der alte Kulturformen und Machtfaktoren auf neue Zivilisationsentwicklungen stoßen, zu verstehen, bedarf es einer „Umformung der allgemeinen Erkenntniskultur“ (Max Scheler).

Seit mehr als drei Jahren versuche ich, von den erkenntnisleitenden Ideen Max Schelers und Alfred Webers ausgehend, die globalgeschichtliche Situation der georgischen Kultur zu beleuchten. Globalgeschichte verstehe ich in diesem Zusammenhang nicht als Neuauflage der klassischen Universal- und Weltgeschichten, sondern als anthropologische „Konstellationsanalyse“, die den „Abschied von der bisherigen Geschichte“ auf die „Qualitäten der menschlichen Spontaneität“ (Alfred Weber) hin untersucht. Dieser „Abschied“ deutet kein liberales Posthistoire an, aber auch kein neues Mittelalter, wie es die Rückkehr zur Universalgeschichte der sich zyklisch ablösenden Kulturen nahelegt. Er bezeichnet vielmehr den Beginn des „noetischen Zeitalters“ (Max Scheler), in dem der Prozess der Hominisation in eine bewusst schöpferische Humanisierung übergeht, aber auch von konvulsiven Umbrüchen und den damit einhergehenden Gefahren abgründiger Barbarei begleitet wird. Die Phasenfolge der genealogischen, der politischen und der ökonomischen Geschichte ist – phänomeno-logisch gesehen – eine abgeschlossene Sequenz der Noogenese. Spätestens seit Mitte der 1980er Jahre hat sich das Entwicklungspotential des ökonomischen Zeitalters, des modernen Industrialismus, auch realgeschichtlich vollständig ausgefaltet und stößt seit dem an seine Grenzen. Wir erleben die Anfänge der eigentlichen geistigen Menschwerdung, eines „Zeitalters des Ausgleichs“ (ebd.), in dem Gemeinschaft und Gesellschaft, Kulturbewegung und Zivilisationsprozess in immer neuen, mehr oder weniger fruchtbaren Konstellationen an der Personalisation des Menschen mitwirken. Dieser Prozess verläuft nicht linear. Er entfaltet sich dia- bzw. polylogisch und kann in jedem seiner Momente scheitern und unser Dasein in die Abgründe des schlimmsten Naturalismus und der Depersonalisation stoßen. „Ausgleich“ meint keine panhumanistische Peter-Stuyvesant-Ideologie, sondern einen dramatischen Prozess, der ohne eine axiologische Lenkung verheerende Folgen zeitigen kann.

Scheler selbst beschrieb die „Weltalter des Ausgleichs“ als „die für die Menschheit gefährlichsten, die todes- und tränentrunkensten“. Vitaler „Drang“ und „Geist“ stehen sich unvermittelt gegenüber. Junge Völker – nahezu fünfzig Prozent der Menschen im Vorderen Orient sind jünger als zwanzig Jahre – finden im geistigen Erbe kaum noch Orientierung und stoßen zugleich auf Kulturen, in denen in fünfzig Jahren jeder dritte Mensch über 65 Jahre alt sein wird. Diese Alterung der Bevölkerung findet in Georgien, verstärkt durch die Deformationen der soziodemographischen Entwicklung in den 1990er Jahren und die anhaltende Immigration, übrigens genauso statt wie in Deutschland. Wir müssen keinem Neo-Malthusianismus anhängen, um zu erkennen, dass Bios und Logos in diesen Prozessen in Wechselwirkung miteinander stehen. Die mentalitätengeschichtliche Relevanz dieser Entwicklungen liegt auf der Hand. Die Jugend ist seit den 1960er Jahren nicht mehr nur eine Vorstufe des reifen Alters, sie fordert ihre Anerkennung als kultureller Eigenwert. Der Aufstand gegen den Patriachalismus ist heute weltumgreifend. Aber auch das Alter wird als spezifische Seinsweise entdeckt und beansprucht jenseits traditioneller Sozialhierarchien neue Geltung. Neben der Jugend fordern Frauen nicht mehr nur politische Partizipation und soziale Gleichberechtigung, sondern stellen die männliche Geistesart als kulturformendes Prinzip in Frage. Der geistige Eintritt der Frauen in die Globalgeschichte ist das vielleicht wichtigste Phänomen unserer Epoche, dessen tatsächliche Bedeutung bislang erst ansatzweise realisiert wurde. Andererseits suchen junge Männer, komplementär, aber auch im Widerspruch dazu, in den westlichen Gesellschaften nach postfeministischen Formen männlicher Haltung und Lebensart. Die Klassen- sowie die Massen- und Elitenkulturen sind heute, trotz gegenläufiger Tendenzen, füreinander durchlässiger als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte. Überkommene und zum Teil bereits überlebte religiöse Denkformen und ein abstrakter Intellektualismus stoßen in alten, aber auch neuen Ost-West-Gegensätzen, durchzogen von veralteten Machtansprüchen und den Erfordernissen einer tatsächlichen Weltwirtschaft, aufeinander. Diese Unterschiede und Gegensätze werden unter den Bedingungen einer nie gekannten „Erdzusammenschrumpfung“ (Alfred Weber) auf engstem Raum ausgetragen. Städtische und ländliche Kultur verlieren jeden Bezug zueinander. Die Ernährung der urbanen Großkomplexe wird zu einem schier unlösbaren logistischen und ökologischen Problem. Bis 2050 werden etwas mehr als 9 Milliarden Menschen unseren Planeten bevölkern, von denen mehr als 60 Prozent in gigantischen Stadtagglomerationen leben werden. Diese urbanen Konzentrationen sind Psychotope eigener Art, die neue psychophysiologische Veränderungen des Menschen bewirken. Bereits Alfred Weber hatte 1953 die Frage aufgeworfen, in wie weit „zu der quantitativen Erdschrumpfung vielleicht auch noch eine qualitative hinzutritt“. Der französische Politiker, Hölderlin- und Zukunftsforscher Pierre Bertaux sprach 1964 in diesem Zusammenhang von einer regelrechten „Mutation der Menschheit“.

Immer wieder haben wir über Georgien als Schnittstelle der großen weltgeschichtlichen Trajektorien berichtet, über ein Land, das in seiner Geschichte, wie ein Mikrokosmos, die globalen Widersprüche in sich aufnimmt und zu vereinen sucht. Deutlich wurde auch, dass die Polaritäten immer weiter auseinandertreten, dass die Gestaltbildung an inneren und äußeren Überspannungen zu scheitern droht. Dabei spielt zudem das Zeitproblem eine zentrale Rolle. Gestaltbildungen verdanken sich nicht lediglich volitionalen Akten, sondern mindestens ebenso sehr Wachstumsprozessen. Den Georgiern wird aber keine Zeit gelassen, die Keime und Potentiale ihrer wartenden und träumenden Kultur zu entfalten. Der extreme Akzeleralismus unserer Epoche lässt es kaum noch zu, die dazu notwendigen Ausgleichsprozesse zu organisieren. Neben den bereits erwähnten globalgeschichtlichen Konstellationen, die gleichsam die äußere Lage darstellen, müssen in diesem Zusammenhang aber auch bestimmte innere Bedingungen der georgischen Antworten in Betracht gezogen werden. Die Lage ist nicht nur eine objektive, sondern mindestens so sehr eine erlebte. Ein georgisches Projekt ist zunächst vor allem eine Frage der „Einstellung“ (Dmitri Uznadze), d.h. einer ganzheitlichen, nicht bewussten, affektiven Gerichtetheit. Im Deutschen würden wir von einer Haltung sprechen. Dabei handelt es sich nicht allein um eine individualpsychologische, sondern vor allem um eine fundamentalanthropologische Kategorie. Es geht dabei nicht lediglich um subjektive oder objektive, um emotionale bzw. kognitive Dimensionen des Menschseins, sondern um eine „Urwirklichkeit“ (Ernesto Grassi), die sich in den symbolischen Selbstinterpretationen des Menschen, in seinen „Daseinsthemen“ (Hans Thomae) manifestiert. Die Barriere, die in Georgien einen Zugang zu dieser Tiefendimension der georgischen Kultur versperrt, ist das Phänomen der Angst. Dieses hindernde Moment soll an dieser Stelle nicht weiter behandelt werden. Marika Lapauri-Burk wird demnächst auf diesem Blog dazu einen Beitrag veröffentlichen. Zur Frage konkreter Furcht werde ich analog einen Beitrag zum Verhältnis Georgien-Russland publizieren. Hier begnüge ich mich mit dem Hinweis, dass diese existentielle Hemmung und die machtpolitische Bedrohung das notwendige Ausgleichsgeschehen in hohem Maße mit verhindert. Die von mir an verschiedenen Stellen beschriebenen Kulturkämpfe und die Zerrissenheit der georgischen Reflexionseliten sind Ausdruck dieses Phänomens. Nur wenn es gelingt, die ästhetisch-moralischen Kräfte der Georgier, d.h. vor allem ihr Ausdrucksvermögen, zu aktivieren und eine kulturpolitische Entschleunigung einzuleiten, werden die Prozesse der Balancierung erneut in Gang kommen. Nur so können die Georgier die "Imagomotorik" (Erich Rothacker) ihrer Kultur mitsamt ihren polaren Tendenzen konrollieren und zu bewussten Gestaltern ihrer Symbolisationen werden. Es geht dabei nicht um Ästhetizismus und Psychologismus, sondern um die Ausbildung von „Urteilskraft“, die nach Kant die Vermittlung von Natur und Freiheit gewährleistet.

Die von Scheler bereits in den 1920er Jahren antizipierte Aufgabe der Politik, diese „universalisierende Kräfteenstspannung“ so zu leiten und zu lenken, dass der Ausgleich „mit einem Minimum von Zerstörung Explosion, Blut und Tränen“ zustande kommt, wird bis heute kaum wahrgenommen. Von einer Politik, die die vitale Tiefendimension des Menschseins mit der modernen Zivilisationsentwicklung auf eine Weise verbindet, die zur Vergeistigung unserer von der bisherigen Evolution ausgebildeten seelisch-leiblichen Fähigkeiten beiträgt, sind wir zurzeit in ganz Europa weit entfernt. Für Georgien ist eine solche Politik allerdings die conditio sine qua non des Überlebens. Ökologie, Anthropologie, Noologie und Axiologie müssen heute in einer Meta-Anthropologie so koordiniert werden, dass sie einer Politik des Menschen dienen können. Das wäre auch das notwendige Organon einer georgischen Renaissance. Dazu bedarf es der Überwindung des heute vorherrschenden Positivismus und Pragmatismus, einer neuen Verbindung von Erkenntnis und Bildung. Die Voraussetzungen der georgischen Renaissance im „Zeitalter des Ausgleichs“ sollten kultursoziologisch erforscht werden: Die „Grundkategorien der geschichtlichen Anstrengungen“ heißen heute, wie der deutsche Soziologe Helmut Schelsky bereits 1955 prognostizierte, nicht nur „Planung, Neubau und Entscheidung“, sondern mindestens so sehr „Wiederholung, Bewahrung.“ Die Pflege von Traditionen bzw. der Erhalt von Institutionen sind heute keine naturwüchsigen Habitualisierungen mehr, sondern geistige Akte. „Vielleicht heißen die schöpferischen Aufgaben, die uns die Geschichte in der Zukunft stellt, von jetzt ab wieder: Renaissance!“ So jedenfalls schloss Schelsky Mitte der 1950er Jahre seine Ausführungen.

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